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Start & Gründung

Businessplan für Beauty-Selbstständige: einfach und ehrlich

Businessplan für Kosmetikerinnen und Beauty-Artists: sieben Abschnitte, ehrliche Zahlen, Beispielrechnung und Fragen, die du dir vor dem Start stellen solltest.

BEAUTYSHAIRE Redaktion · · 5 Min. Lesezeit

Ein Businessplan klingt nach 40 Seiten für die Bank. Für die meisten Beauty-Selbstständigen reichen sechs bis zehn Seiten, die du ehrlich ausfüllst. Der Plan zwingt dich, Fragen zu beantworten, die du sonst erst nach einem halben Jahr stellst: Wer bucht mich, was kostet mich ein Monat und ab wann bleibt etwas übrig? Hier bekommst du eine schlanke Gliederung, Leitfragen zu jedem Abschnitt und eine Beispielrechnung.

Wofür du einen Businessplan brauchst

Für dich selbst. Ein Plan zeigt dir, ob dein Vorhaben trägt, bevor du Geld ausgibst. Er hilft dir, Preise festzulegen und den richtigen Arbeitsplatz zu wählen.

Für andere brauchst du ihn in diesen Fällen:

  • Kredit oder Förderdarlehen: Banken und Förderbanken verlangen einen Plan mit Zahlen.
  • Gründungszuschuss: Wenn du aus dem Arbeitslosengeld gründest und den Zuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragst, brauchst du eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit, zum Beispiel von einer Kammer oder Steuerberatung. Diese Stelle liest deinen Plan.
  • Vermieter: Manche Vermieter von Gewerbeflächen fragen nach deinem Konzept.

In Hamburg beraten unter anderem die Handwerkskammer und die Handelskammer Gründerinnen, die Förderbank IFB Hamburg informiert über Förderprogramme. Nimm deinen Entwurf mit, dann wird das Gespräch konkret.

Die sieben Abschnitte

1. Dein Angebot

Welche Behandlungen bietest du an, wie lange dauern sie, was kosten sie? Schreib eine Tabelle mit Behandlung, Dauer und Preis. Beschreibe in zwei Sätzen, was dich von anderen unterscheidet. Bleib konkret: „Lash Lifting mit Pflege-Serum, Nachkontrolle nach vier Wochen inklusive“ sagt mehr als „hochwertige Behandlungen“.

2. Deine Kundinnen

Wer genau soll buchen? Alter, Wohnort, Anlass, Budget. Eine Kosmetikerin mit Schwerpunkt reife Haut hat andere Kundinnen als eine Lash-Artistin, die vor allem Studentinnen erreicht. Schreib auf, wie oft eine Kundin im Jahr wiederkommt. Bei Wimpernverlängerungen sind es Auffüllungen alle paar Wochen, bei einem Braut-Make-up ein einziger Termin.

3. Dein Markt in Hamburg

Schau dir zehn Anbieterinnen in deinem Stadtteil an: Preise, Angebot, Bewertungen, Buchungsweg. Notiere, wo du günstiger, teurer oder spezialisierter bist. Du brauchst keine Marktstudie. Eine ehrliche Tabelle mit zehn Wettbewerberinnen reicht.

4. Marketing und Vertrieb

Wie erfahren Kundinnen von dir? Plane konkrete Kanäle mit Aufwand pro Woche:

  • Instagram mit zwei bis drei Beiträgen pro Woche
  • Google-Unternehmensprofil mit Fotos und Bewertungen
  • Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis mit einem Startangebot
  • Kooperationen, zum Beispiel mit einer Fotografin oder Hochzeitsplanerin

5. Standort und Arbeitsplatz

Wo arbeitest du und was kostet das? Vergleiche mindestens zwei Varianten. Ein eigenes Studio bringt Miete, Kaution, Einrichtung und Vertragslaufzeit mit. Stundenweise Miete im Coworking kostet nur, wenn du arbeitest. Eine Rechnung mit beiden Varianten findest du in Eigenes Studio oder Coworking? Ein ehrlicher Kostenvergleich.

6. Zahlen

Der wichtigste Teil. Du brauchst drei Rechnungen:

  • Kapitalbedarf: Was musst du vor dem ersten Termin ausgeben? Ausbildung, Ausstattung, Erstausstattung Material, Kaution, Website, Rücklage.
  • Kostenplan pro Monat: Arbeitsplatz, Material, Versicherungen, Software, Telefon, Weiterbildung, Krankenversicherung, Altersvorsorge.
  • Umsatzplan für 12 bis 36 Monate: Wie viele Behandlungen pro Woche in Monat 1, Monat 6, Monat 12?

7. Risiken und Plan B

Was passiert, wenn du drei Wochen krank bist? Wenn ein Material doppelt so teuer wird? Wenn im ersten halben Jahr nur die Hälfte der geplanten Kundinnen bucht? Schreib zu jedem Risiko eine Antwort. Zum Beispiel:

  • Krankheit: Rücklage für zwei Monatsausgaben, Krankentagegeld ab einem festen Tag.
  • Teureres Material: zweiten Lieferanten kennen, Preise einmal im Jahr prüfen.
  • Weniger Buchungen: Arbeitsplatz ohne lange Bindung wählen, damit die Kosten mit der Auslastung sinken.

Beispielrechnung: die ersten zwölf Monate

Beispiel mit runden Annahmen für eine Kosmetikerin, die stundenweise einen Stuhl mietet und als Kleinunternehmerin startet:

  • Durchschnittlicher Preis pro Behandlung: 70 Euro
  • Material pro Behandlung: 8 Euro
  • Feste Kosten pro Monat ohne Arbeitsplatz (Versicherungen, Software, Telefon, Werbung): 200 Euro
  • Arbeitsplatz: stundenweise, nach gebuchten Stunden

| Monat | Behandlungen pro Woche | Umsatz im Monat (ca.) |
|---|---|---|
| 1 bis 3 | 4 | 1.200 Euro |
| 4 bis 6 | 8 | 2.400 Euro |
| 7 bis 12 | 14 | 4.200 Euro |

Von diesem Umsatz gehen Material, feste Kosten und Arbeitsplatzstunden ab. Was übrig bleibt, ist dein Gewinn vor Steuern. Davon zahlst du Krankenversicherung, Altersvorsorge, Einkommensteuer und deinen Lebensunterhalt.

Rechne außerdem den Break-even: Ab wie vielen Behandlungen pro Monat deckst du alle Kosten inklusive deines Mindesteinkommens? Wie du einen Stundensatz rückwärts aus deinem Wunscheinkommen ableitest, steht in Preise kalkulieren als Kosmetikerin.

Ehrlich planen: die typischen Schönrechnungen

  • Volle Auslastung ab Monat eins. Kundinnen kommen langsam. Plane die ersten drei Monate vorsichtig.
  • Kein Urlaub, keine Krankheit. Rechne mit höchstens 44 Arbeitswochen im Jahr.
  • Krankenversicherung vergessen. Als Selbstständige zahlst du den Beitrag allein. Frag deine Kasse nach dem Betrag für dein geplantes Einkommen.
  • Zeit für Verwaltung unterschätzt. Nachrichten beantworten, Social Media, Einkauf und Buchhaltung kosten mehrere Stunden pro Woche.
  • Steuern nicht eingeplant. Leg einen festen Anteil jedes Gewinns zurück.

Ein guter Plan rechnet mit dem wahrscheinlichen Fall. Den besten Fall feierst du, wenn er eintritt.

Format und Werkzeuge

Ein Textdokument und eine Tabelle reichen. Die Gründungsplattform des Bundeswirtschaftsministeriums und die Kammern bieten Vorlagen an. Bau die Tabelle so, dass du eine Zahl änderst und sofort das Ergebnis siehst. Teste drei Fälle: vorsichtig, wahrscheinlich, gut.

Diese Unterlagen legst du dem Plan bei, wenn ihn jemand anderes liest:

  • Lebenslauf mit Ausbildung und Zertifikaten
  • Angebote für Ausstattung oder Mietvertrag
  • Nachweise über Rücklagen
  • Preisliste

Schau dir deinen Plan alle drei Monate wieder an. Trag die echten Zahlen neben die geplanten. So merkst du früh, ob du nachsteuern musst.

Auf einen Blick

  • Sechs bis zehn Seiten reichen
  • Angebot, Kundinnen, Markt, Marketing, Standort, Zahlen, Risiken
  • Zahlen in drei Varianten rechnen
  • Die ersten Monate vorsichtig planen, Urlaub und Krankheit einrechnen
  • Beratung bei den Kammern, Förderfragen bei der IFB Hamburg klären
  • Plan vierteljährlich mit echten Zahlen vergleichen

Wenn du Startkosten niedrig halten willst, kannst du bei BEAUTYSHAIRE am Sievekingdamm 42a einen Stuhl oder Room stundenweise mieten und deinen Plan mit dem Satz von 10 € pro Stunde rechnen.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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