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Arbeiten & Spezialisierung

Eigene Beauty-Schulungen anbieten: vom Konzept bis zum Kurstag

Eigene Beauty-Schulungen anbieten: wie du ein Kurskonzept entwickelst, den Preis kalkulierst, Teilnehmerinnen findest und den Kurstag gut vorbereitest.

BEAUTYSHAIRE Redaktion · · 6 Min. Lesezeit

Wenn du eine Technik sicher beherrschst und Kolleginnen dich um Tipps bitten, kannst du dein Wissen als Schulung anbieten. Schulungen bringen Einnahmen, die nicht an deine Behandlungszeit gebunden sind, und machen dich in deiner Nische bekannt. In diesem Artikel planst du deinen ersten Kurs: Inhalt, Format, Preis, Teilnehmerinnen und den Ablauf am Kurstag.

Bist du bereit, Schulungen zu geben?

Prüf dich mit diesen Fragen:

  • Hast du die Technik über viele Behandlungen hinweg sicher ausgeführt?
  • Kannst du erklären, warum du etwas so machst, und nicht nur wie?
  • Erkennst du typische Fehler bei anderen und kannst sie freundlich korrigieren?
  • Hast du Fotos deiner Arbeit, die zeigen, was die Teilnehmerinnen lernen?

Wenn du drei davon mit Ja beantwortest, fang mit einem kleinen Kurs an. Für Beauty-Schulungen brauchst du in Deutschland keine staatliche Trainerlizenz. Deine Teilnahmebescheinigung ist deshalb ein privater Nachweis und kein staatlich anerkannter Abschluss. Schreib das in deiner Kursbeschreibung offen dazu.

Das Kurskonzept: ein Thema, ein Ziel

Der häufigste Fehler bei der ersten Schulung: zu viel Inhalt für einen Tag. Leg ein Thema fest und formuliere ein Lernziel in einem Satz.

Beispiele:

  • „Nach dem Kurs setzt du ein klassisches Lash-Set an einem Modell selbstständig.“
  • „Nach dem Workshop schminkst du ein Braut-Make-up, das den ganzen Hochzeitstag hält.“
  • „Nach dem Kurs führst du ein Brow Lifting mit Färben sicher durch.“

Zielgruppe

  • Einsteigerinnen brauchen Grundlagen, Hygiene, viel Übung unter Aufsicht.
  • Fortgeschrittene wollen eine neue Technik, Tricks für schnellere Abläufe oder Fehlerkorrektur.

Mische beide Gruppen nicht. Sonst langweilen sich die einen, während die anderen nicht mitkommen.

Format

  • Halbtags-Workshop: Ein Detailthema, etwa Mapping oder Fotos für Instagram. Wenig oder keine Arbeit am Modell.
  • Ganztags-Kurs: Theorie am Vormittag, Arbeit am Modell am Nachmittag.
  • Zweitageskurs: Für Einsteigerinnen-Kurse mit mehreren Modellen.

Gruppengröße

Bei praktischen Kursen mit Modell zählt deine Zeit pro Teilnehmerin. Fang mit drei bis vier Teilnehmerinnen an. So kannst du jeder über die Schulter schauen.

Ablaufplan für einen Ganztags-Kurs

Ein Beispiel für einen Lash-Kurs:

  • 9:00 Ankommen, Kaffee, Vorstellungsrunde
  • 9:30 Theorie: Naturwimper, Material, Kleberkunde
  • 11:00 Hygiene und Anamnese
  • 11:30 Übung am Übungskopf
  • 12:30 Mittagspause
  • 13:15 Arbeit am Modell unter Aufsicht
  • 16:30 Fotos, Nachbesprechung, Fragen
  • 17:00 Teilnahmebescheinigung, Ende

Plane in jedem Block Puffer ein. Eine Kundin, die als Modell zu spät kommt, wirft sonst den ganzen Nachmittag durcheinander.

Material, Skript und Modelle

Skript: Fasse die Theorie auf wenigen Seiten zusammen, mit Fotos und Checklisten. Die Teilnehmerinnen nehmen es mit nach Hause. Nutze nur eigene Fotos oder Bilder, für die du die Rechte hast.

Material: Entscheide, ob du ein Starter-Set im Preis einschließt oder ob die Teilnehmerinnen eigenes Werkzeug mitbringen. Schreib die Liste in die Anmeldebestätigung.

Modelle: Kläre, wer die Modelle stellt. Wenn du sie organisierst, brauchst du für jedes Modell eine Anamnese und eine Einwilligung. Weise die Modelle darauf hin, dass eine Schülerin behandelt und die Behandlung länger dauert. Vorlagen findest du in Anamnesebogen und Einwilligung.

Hygiene: Du bist für die Hygiene im Kurs verantwortlich. Zeig die Abläufe am Kurstag vor und kontrolliere sie bei jeder Teilnehmerin.

Den Preis für deine Schulung kalkulieren

Rechne alle Kosten zusammen und teile durch die Zahl der Teilnehmerinnen, die du sicher erwartest, nicht durch die maximale Zahl.

Kostenblöcke:

  • Raummiete für den Kurstag
  • Material und Starter-Sets
  • Skript und Druck
  • Getränke und Snacks
  • Deine Vorbereitungszeit: Konzept, Skript, Werbung, Mails
  • Deine Zeit am Kurstag und danach für Fragen

Ein Beispiel mit runden Annahmen: Du rechnest mit 15 Stunden Vorbereitung für den ersten Kurs und 8 Stunden am Kurstag. Bei vier Teilnehmerinnen trägt jede einen Anteil von knapp sechs Stunden deiner Arbeitszeit. Dazu kommen ihr Anteil an Raum und Material. Ab dem zweiten Durchlauf sinkt die Vorbereitung.

Ob deine Kursumsätze umsatzsteuerpflichtig sind, klärst du mit deiner Steuerberatung. Wenn du die Kleinunternehmerregelung nutzt, zählen die Kursumsätze zu deinem Gesamtumsatz. Mehr dazu in Kleinunternehmerregelung für Kosmetikerinnen.

Teilnahmebedingungen und Anmeldung

Schreib kurze, klare Bedingungen:

  • Was im Preis enthalten ist
  • Zahlung: wann, wie, ob eine Anzahlung fällig wird
  • Rücktritt: bis wann kostenlos, ab wann anteilig, Ersatzteilnehmerin möglich
  • Was passiert, wenn du den Kurs absagen musst
  • Hinweis, dass die Bescheinigung kein staatlicher Abschluss ist

Lass die Bedingungen einmal von einer Anwältin oder deinem Berufsverband prüfen. Prüf außerdem, ob deine Berufshaftpflicht Schulungen abdeckt.

Teilnehmerinnen finden

  • Kündige den Kurs sechs bis acht Wochen vorher an.
  • Zeig Ergebnisse, die die Teilnehmerinnen selbst erreichen können, keine Meisterwerke nach zehn Jahren Praxis.
  • Führe eine Warteliste. Wer dort steht, erfährt den nächsten Termin zuerst.
  • Nach dem Kurs: Bitte um eine Bewertung und ein Foto vom Modell-Ergebnis, mit Einwilligung.

Gute Fotos und ein kurzes Video vom Kurstag helfen dir beim nächsten Durchlauf. Reels und TikToks kannst du bei BEAUTYSHAIRE auch als Content-Paket ab 150 € dazubuchen.

Schulungsraum und Kurstag

Für den Kurstag brauchst du mehr als einen Behandlungsplatz: Sitzplätze für die Theorie, Arbeitsplätze für die Praxis, gutes Licht und Steckdosen. Ein eigener Raum nur für Kurse lohnt sich selten, wenn du einen Kurs im Monat gibst.

Bei BEAUTYSHAIRE am Sievekingdamm 42a in Hamburg buchst du das Obergeschoss als Schulungsraum. Diese Buchung ist ausschließlich für Schulungen gedacht. Du buchst halbtags für 200 € oder ganztags für 400 €. Mit deinem Zugangscode kommst du rund um die Uhr hinein und kannst früh aufbauen.

Checkliste für den Kurstag

  • Raum eine Stunde vor Beginn öffnen, Plätze vorbereiten
  • Skripte, Teilnahmeliste, Bescheinigungen bereitlegen
  • Hygienestation aufbauen: Desinfektion, Handschuhe, Abwurf
  • Anamnesebögen der Modelle griffbereit
  • Getränke, Pausenzeiten aushängen
  • Nach dem Kurs: Raum desinfizieren und aufräumen

Nach dem Kurs

Der Kurs endet nicht mit der Bescheinigung. Die ersten Wochen danach entscheiden, ob deine Teilnehmerinnen das Gelernte anwenden und dich weiterempfehlen.

  • Schick am nächsten Tag eine kurze Mail mit dem Skript als PDF und einer Liste der Produkte, die du im Kurs verwendet hast.
  • Biete eine feste Zeit für Fragen an, etwa eine Videosprechstunde zwei Wochen nach dem Kurs. Lege fest, wie lange du Fragen beantwortest.
  • Bitte um Feedback mit drei Fragen: Was war hilfreich? Was hat gefehlt? Würdest du den Kurs weiterempfehlen?
  • Notiere dir für den nächsten Durchlauf, wo die Zeit knapp war und welche Fragen mehrfach kamen.

Aus diesen Rückmeldungen entsteht oft der nächste Kurs, zum Beispiel ein Aufbaukurs für die Teilnehmerinnen des ersten Durchgangs.

Auf einen Blick

  • Ein Thema, ein Lernziel, eine Zielgruppe.
  • Klein starten: drei bis vier Teilnehmerinnen bei Praxiskursen.
  • Preis aus allen Kosten inklusive deiner Vorbereitungszeit rechnen.
  • Teilnahmebedingungen und Versicherung vor dem ersten Kurs klären.
  • Schulungsraum tageweise mieten statt dauerhaft.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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