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Kundinnen gewinnen

Aus Erstkundinnen Stammkundinnen machen

Stammkundinnen aufbauen als Kosmetikerin oder Lash-Artist: Folgetermin direkt buchen, Nachsorge, Kundenkartei und Pakete, die Kundinnen zurückkommen lassen.

BEAUTYSHAIRE Redaktion · · 5 Min. Lesezeit

Eine Neukundin zu gewinnen kostet dich Zeit, Nachrichten und oft Werbung. Eine Stammkundin bucht von selbst wieder. Dieser Artikel zeigt dir, wie du aus dem ersten Termin eine feste Beziehung machst: mit dem richtigen Abschluss, einer kurzen Nachsorge, einer guten Kundenkartei und Angeboten, die auf Wiederkehr setzen.

Warum Stammkundinnen dein Geschäft tragen

Stammkundinnen bringen planbare Termine. Du kennst ihre Haut, ihre Wünsche und ihre Zeiten. Die Behandlung läuft entspannter, weil kein Vorgespräch von null nötig ist. Und sie empfehlen dich weiter, weil sie von dir überzeugt sind.

Ein Beispiel mit runden Annahmen: Kommt eine Lash-Kundin alle drei Wochen zum Refill, sind das rund 17 Termine im Jahr. Zehn solcher Kundinnen füllen dir also etwa 170 Termine, ohne dass du dafür eine einzige Anzeige schaltest.

Der wichtigste Moment: das Ende des ersten Termins

Die meisten Stammkundinnen entstehen in den letzten fünf Minuten des ersten Termins. Die Kundin ist zufrieden, schaut in den Spiegel und hat ihren Kalender auf dem Handy. Jetzt ist der beste Moment für den nächsten Termin.

So bietest du den Folgetermin an:

  • „Damit die Wimpern voll bleiben, passt der Refill in drei Wochen. Soll ich dir Donnerstag, den 12., um 17 Uhr eintragen?“
  • „Die Farbe der Brauen hält einige Wochen. Wollen wir den nächsten Termin gleich festmachen, dann musst du nicht daran denken?“

Nenne einen konkreten Tag und eine Uhrzeit. Eine offene Frage wie „Willst du wieder kommen?“ endet oft mit „Ich melde mich“.

Typische Intervalle, die viele Beauty-Profis ihren Kundinnen empfehlen:

  • Wimpernverlängerung: Refill nach zwei bis drei Wochen
  • Lash Lifting und Brow Lamination: nach einigen Wochen, je nach Haarwachstum
  • Gesichtsbehandlung: regelmäßig, zum Beispiel einmal im Monat
  • PMU: Nacharbeit nach der Abheilung, Auffrischung nach längerer Zeit

Richte dich nach deiner Ausbildung und nach dem, was du an der Kundin siehst.

Nachsorge, die im Gedächtnis bleibt

Nach dem Termin hat die Kundin oft Fragen. Darf ich die Wimpern nass machen? Wann darf ich wieder Make-up tragen? Eine kurze Nachricht mit Pflegehinweisen zeigt, dass du dich kümmerst.

Beispiel für eine Nachsorge-Nachricht am Tag nach dem Termin:

„Hallo Mia, ich hoffe, du freust dich über deine neuen Brauen. Kurz zur Pflege: die nächsten 24 Stunden nicht nass machen, keine Sauna. Wenn etwas ist, schreib mir einfach. Bis zum 4. November!“

Hol vorher das Einverständnis ein, dass du ihr per WhatsApp oder SMS schreiben darfst, und speichere das in deiner Kartei. Für Werbung wie Angebote oder Aktionen gilt eine strengere Einwilligung als für Termininfos. Mehr dazu steht im Artikel Datenschutz für Kosmetikerinnen.

Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht eine Woche später funktioniert ebenfalls: „Wie halten die Wimpern?“ Kundinnen merken sich, wer nachfragt.

Die Kundenkartei: dein Gedächtnis für jede Kundin

Ab der zehnten Kundin vergisst du Details. Eine gute Kartei hilft dir, jede Frau so zu begrüßen, als hättest du sie gestern gesehen.

Was hineingehört:

  • Kontaktdaten und Einverständnis zur Kontaktaufnahme
  • Anamnese, Allergien, Unverträglichkeiten
  • Behandlung, verwendete Produkte, Länge oder Farbe
  • Wünsche und Vorlieben: lieber ruhig oder gesprächig, Getränk, Musik
  • Nächster geplanter Termin

Nimm dir nach jedem Termin zwei Minuten für die Notizen, solange du alles noch im Kopf hast. Am Abend weißt du nicht mehr, welche Länge du am linken Auge genommen hast.

Kleine Details zählen. Wenn du weißt, dass sie beim letzten Mal von einer Hochzeit erzählt hat, frag nach. Speichere nur, was du für die Behandlung und die Beziehung brauchst, und schütze die Daten mit einem Passwort. Eine Anamnese hilft dir zusätzlich, Risiken zu erkennen. Wie du sie aufbaust, liest du in Anamnesebogen und Einwilligung.

Angebote, die auf Wiederkehr setzen

Ein Rabatt auf den ersten Termin lockt Kundinnen an. Für Stammkundinnen funktionieren andere Angebote besser.

Behandlungspakete

Biete Kuren oder Pakete an, zum Beispiel vier Gesichtsbehandlungen im Abstand von vier Wochen. Die Kundin plant die Termine mit dir, und du hast feste Buchungen. Leg klar fest, wie lange das Paket gültig ist und was bei Absagen gilt. Biete Pakete nur für Behandlungen an, bei denen regelmäßige Termine fachlich sinnvoll sind.

Feste Termine

Manche Kundinnen lieben Routine. Biete ihnen einen festen Platz an: „Jeden zweiten Dienstag um 18 Uhr gehört dir.“ Das schafft Verbindlichkeit auf beiden Seiten.

Kleine Aufmerksamkeiten

Eine Pflegeprobe zum Geburtstag oder ein handgeschriebener Gruß nach dem zehnten Termin kosten wenig. Sie bleiben aber im Gedächtnis.

Was Stammkundinnen vertreibt

Kundinnen bleiben selten wegen einer einzigen Behandlung weg. Meist summieren sich kleine Dinge:

  • Du bist unpünktlich oder verschiebst Termine kurzfristig.
  • Die Ergebnisse schwanken von Termin zu Termin.
  • Du erhöhst Preise ohne Ankündigung.
  • Die Kundin fühlt sich nicht gehört, weil du ihre Wünsche vergisst.
  • Der Arbeitsplatz wirkt unordentlich.

Kündige Preisänderungen einige Wochen vorher an und erkläre sie kurz. Stammkundinnen verstehen das, wenn sie es rechtzeitig wissen.

Kundinnen zurückholen

Schau einmal im Monat in deine Kartei: Wer war seit zwei Behandlungsintervallen nicht mehr da? Hat die Kundin dir erlaubt, ihr auch Angebote und Hinweise auf freie Termine zu schicken, kann eine kurze persönliche Nachricht helfen:

„Hallo Lisa, lange nicht gesehen! Wenn du wieder Lust auf frische Brauen hast: Nächste Woche habe ich noch Termine frei.“

Frag nicht nach Gründen und schick keine zweite Nachricht, wenn keine Antwort kommt. Manche Kundinnen ziehen um oder probieren etwas anderes aus. Wer zurückkommt, freut sich, dass du an sie gedacht hast.

Ein fester Ort für feste Kundinnen

Stammkundinnen schätzen es, wenn sie wissen, wo sie hinkommen. Ein ständiger Wechsel des Arbeitsortes verunsichert. Bei BEAUTYSHAIRE, dem Women-only Beauty Coworking am Sievekingdamm 42a in Hamburg, buchst du Stuhl oder Room stundenweise und arbeitest trotzdem immer am selben Ort. Dank Zugangscode kannst du auch früh morgens oder spät abends Termine geben, wenn das deinen Kundinnen besser passt. Mehr dazu auf der Seite Stuhl und Raum mieten.

Auf einen Blick

Stammkundinnen entstehen am Ende des ersten Termins: Biete den nächsten Termin mit Tag und Uhrzeit an. Schick am Tag danach Pflegehinweise, wenn die Kundin zugestimmt hat. Führe eine Kartei mit Behandlungsdetails und kleinen persönlichen Notizen. Setze auf Pakete und feste Termine statt auf Dauerrabatte. Und sei verlässlich, denn Unpünktlichkeit und schwankende Ergebnisse vertreiben Kundinnen schneller als jeder Preis.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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