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Kundinnen gewinnen

Weiterempfehlungen: so empfehlen Kundinnen dich weiter

Empfehlungsmarketing im Beauty-Business: wie Kundinnen dich weiterempfehlen, wie du faire Prämien planst und rechtliche Fallen bei Werbenachrichten vermeidest.

BEAUTYSHAIRE Redaktion · · 5 Min. Lesezeit

Für Kosmetikerinnen und Lash-Artists sind Empfehlungen ein wichtiger Weg zu Neukundinnen. Oft passiert das zufällig. Mit ein paar einfachen Schritten machst du daraus einen festen Ablauf. Du erfährst hier, wann Kundinnen weiterempfehlen, wie du sie dabei unterstützt, wie ein faires Prämienmodell aussieht und was rechtlich zu beachten ist.

Warum Empfehlungen im Beauty-Bereich so gut funktionieren

Eine Behandlung im Gesicht ist Vertrauenssache. Eine Frau lässt nicht jede an ihre Wimpern oder Brauen. Wenn eine Freundin sagt „Geh zu ihr, sie arbeitet super sauber“, ist ein großer Teil der Unsicherheit weg.

Dazu kommt: Das Ergebnis ist sichtbar. Kolleginnen und Freundinnen sehen die neuen Brauen und fragen nach. Jede zufriedene Kundin trägt deine Arbeit mit sich herum. Du musst ihr nur helfen, auf die Frage „Wo warst du?“ eine einfache Antwort zu geben.

Wann Kundinnen weiterempfehlen

Kundinnen empfehlen dich, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie sind zufrieden, sie werden gefragt, und sie wissen, wie sie dich weitergeben. Den ersten Punkt erfüllst du mit guter Arbeit. Die anderen beiden kannst du beeinflussen.

Gute Momente für eine Empfehlung:

  • direkt nach dem Termin, wenn das Ergebnis frisch ist,
  • vor Anlässen wie Hochzeiten, Urlaub oder Feiertagen, wenn Freundinnen Termine suchen,
  • wenn eine Stammkundin dir von einer Freundin erzählt.

Mach das Weitergeben leicht

Die meisten Empfehlungen scheitern nicht am Willen, sondern am Aufwand. Die Kundin weiß deinen Namen nicht genau oder findet dein Profil nicht. Gib ihr etwas in die Hand.

Empfehlungskarten

Gib jeder Kundin zwei Visitenkarten mit: eine für sie, eine für eine Freundin. Auf die zweite kannst du schreiben: „Von [Name] empfohlen.“ So weißt du später, woher die Neukundin kommt.

Ein Link zum Teilen

Ein kurzer Buchungslink oder ein Link zu deinem Instagram-Profil lässt sich in jeden Chat kopieren. Schick ihn deiner Kundin nach dem Termin, wenn sie zugestimmt hat, dass du ihr schreiben darfst. Dann hat sie ihn sofort parat, wenn jemand fragt.

Ein Satz, den sie sagen kann

Hilf ihr mit einer klaren Beschreibung deiner Arbeit. „Sie macht natürliche Wimpern, die nicht nach Fake aussehen“ bleibt besser hängen als „Sie macht Beauty“. Deine Spezialisierung ist der Satz, den Kundinnen weitererzählen.

Gutscheine zum Verschenken

Ein Gutschein ist eine Empfehlung zum Anfassen. Schenkt eine Kundin ihrer Freundin einen Gutschein, kommt eine Neukundin zu dir, die schon bezahlt hat. Weise vor Geburtstagen, Muttertag und Weihnachten auf Gutscheine hin, etwa im WhatsApp-Status oder mit einer kleinen Karte am Arbeitsplatz.

So fragst du nach Empfehlungen

Viele trauen sich nicht, direkt zu fragen. Dabei reicht ein Satz am Ende des Termins.

Formulierungshilfen:

  • „Ich baue mir gerade meinen Kundinnenstamm auf. Wenn du jemanden kennst, der Lust auf schöne Brauen hat, freue ich mich über eine Empfehlung.“
  • „Hier sind zwei Karten. Eine ist für dich, eine für eine Freundin.“
  • „Kommst du mit deiner Schwester zur Hochzeit? Ich kann euch beide nacheinander einplanen.“

Frag nicht bei jedem Termin. Einmal nach dem ersten Termin und gelegentlich bei Stammkundinnen reicht.

Prämien für Empfehlungen: fair und klar

Ein Dankeschön für Empfehlungen ist üblich und kann motivieren. Achte darauf, dass es zu deinem Preisniveau passt und dein Angebot nicht entwertet.

Mögliche Modelle:

  • Dankeschön für beide: Die empfehlende Kundin und die neue Kundin bekommen jeweils ein kleines Extra, zum Beispiel ein Brauen-Styling beim nächsten Termin.
  • Gutschein ab der ersten Buchung: Die Prämie gibt es erst, wenn die neue Kundin da war.
  • Kleine Geschenke: eine Pflegeprobe oder ein Wimpernbürstchen-Set.

Schreib die Bedingungen kurz auf: Was gibt es, wann, und gilt es nur für Neukundinnen? So vermeidest du Missverständnisse.

Behalte dabei deine Kalkulation im Blick. Ein Dankeschön, das dich pro Empfehlung eine halbe Behandlung kostet, rechnet sich nur, wenn die neue Kundin wiederkommt. Starte klein und prüfe nach einigen Monaten, ob sich das Modell für dich trägt.

Trenne dabei Empfehlungen sauber von Bewertungen. Für eine Google-Bewertung darfst du laut Google-Richtlinien keine Gegenleistung anbieten. Mehr dazu im Artikel Google-Bewertungen sammeln, ohne aufdringlich zu sein.

Rechtliche Fallen: keine Werbenachrichten an Fremde

Ein Punkt wird bei Empfehlungsaktionen oft übersehen. Lass dir von deiner Kundin nicht die Nummer oder E-Mail-Adresse ihrer Freundin geben, um ihr dann selbst ein Angebot zu schicken.

Der Bundesgerichtshof hat 2013 entschieden (Az. I ZR 208/12, „Tell-a-Friend“), dass Empfehlungs-E-Mails, die ein Unternehmen über eine Funktion auf seiner Website an Dritte verschicken lässt, wie eigene Werbung des Unternehmens zu behandeln sind. Ohne Einwilligung der Empfängerin ist solche Werbung unzulässig. Für Werbung per E-Mail und Messenger an Personen, die nie zugestimmt haben, gilt grundsätzlich dasselbe.

Der sichere Weg: Deine Kundin gibt deine Karte oder deinen Link selbst weiter. Die Freundin meldet sich dann bei dir. So geht die Initiative von ihr aus.

Empfehlungen nachverfolgen

Frag jede Neukundin bei der Buchung: „Wie bist du auf mich aufmerksam geworden?“ Notiere die Antwort. So weißt du, wer dich empfiehlt, und kannst dich gezielt bedanken. Ein persönliches Danke wirkt oft stärker als jede Prämie.

Nach einigen Monaten siehst du in deiner Liste, welche Kundinnen dir die meisten Neukundinnen bringen. Pflege diese Beziehungen besonders. Wie aus Neukundinnen feste Kundinnen werden, liest du in Aus Erstkundinnen Stammkundinnen machen.

Empfehlungen unter Kolleginnen

Empfehlungen kommen nicht nur von Kundinnen. Kolleginnen mit anderen Schwerpunkten sind gute Partnerinnen. Eine Lash-Artist kann Kundinnen für Gesichtsbehandlungen an eine Kosmetikerin weitergeben, eine Make-up-Artistin Bräute an eine Brow-Spezialistin.

In einem Beauty Coworking lernst du solche Kolleginnen kennen. Bei BEAUTYSHAIRE am Sievekingdamm 42a arbeiten Frauen aus verschiedenen Bereichen nebeneinander, etwa Kosmetik, PMU, Lash & Brow, Make-up und Hairstyling. Aus solchen Begegnungen können Empfehlungen in beide Richtungen entstehen. Wie das Arbeiten dort aussieht, erfährst du auf der Seite Stuhl und Raum mieten.

Fazit

Empfehlungen bringen dir Neukundinnen, die dir schon vor dem ersten Termin vertrauen. Mach das Weitergeben leicht mit zwei Visitenkarten, einem Link und einem klaren Satz zu deiner Spezialisierung. Frag freundlich und nicht bei jedem Termin. Belohne Empfehlungen mit kleinen, klar beschriebenen Extras. Und schreib nie selbst an Kontakte, die du von Kundinnen bekommen hast: Die Freundin soll sich bei dir melden.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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